Passform und Schuhgröße

Inhaltsverzeichnis

  1. Passform

  2. Schuhgröße (Einleitung)


  1. Bestimmung der Schuhgröße

  2. Größensysteme und deren Maßeinheiten (Einleitung)


  1. Schuhe Inhaltsverzeichnis

Passform

Siehe auch: Maßschuhe | Schuhfertigung


Die Passform bezieht sich auf die Anpassung der Form der Schuhe (in Schuhgröße und Schuhweite) an den menschlichen Fuß und trägt entscheidend zum Tragekomfort und der Fußgesundheit bei.



Optimale Passform

Die optimale Passform definiert sich neben der reinen Schuhgröße durch:

Zusammenfassend kann gesagt werden: Eine optimale Passform kann in der Regel allein durch die Maßanfertigung bei einem Schuhmacher erreicht werden.


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Problematik bei der Passform

Schuhe müssen gut passen damit die Füße nicht krank und in ihrer Funktionalität eingeschränkt werden (eigentlich stellt jeder Schuh per se eine gewisse Einschränkung dar). Seit die industrielle Schuhproduktion ihren Anfang nahm, werden Schuhe auf unterschiedlich geformten Leisten (und in unterschiedlichen Schuhgrößen) für einen späteren Verkauf auf Vorrat hergestellt, damit der Käufer ein für seine Füße möglichst optimal passendes Schuhmodell auswählen kann.


Die meisten Verbraucher bemängeln jedoch die Passform der Schuhe, was daran liegt das jeder Mensch unterschiedliche Fussabmessungen und -proportionen hat, die Schuhgröße allein dager noch lange keine Garantie ist das die Schuhe optimal an die Füße angepasst sind. Denn die meisten Schuhe werden zwar in verschiedenen Schuhlängen, nicht aber in unterschiedlichen Schuhweiten hergestellt - für eine allgemein bessere Passform aber, wären pro Schuhlänge je 5 unterschiedliche Weiten notwendig.

Zudem geht aus medizinstatistische Daten hervor, dass der Großteil der Bevölkerung in den Industrieländern (ca. 75-80 %) unter Fußproblemen leidet, was wiederum zu weit mehr als 90 % auf nicht optimal passende Schuhe zurückzuführen ist. Zu allem Überfluß sagt die angegebene Schuhgröße noch nicht viel über die tatsächliche Größe aus, da die Hersteller die Vorgaben oft nicht exakt umsetzen. Zudem sind die Leisten häufig mit englischen Größen bemessen, deren Staffelungen mit halben Größen (7, 7½, usw.) feiner sind als die in Kontinentaleuropa gebräuchlichen Größen (40, 41 usw.) - so entstehen bspw. Dopplungen, Lücken im Größengang oder Rundungsfehler.


Auch das Schuhmodell und dessen Qualität ist entscheidend für die Passform. So haben heutzutage weit verbreitete Billigschuhe einen so weichen Schaft, das sie über einen gewissen Fußformbereich mehr oder weniger gleich gut (oder genauer gesagt gleich schlecht) passen. Höherwertige Schuhe hingegen bieten eine wirkliche Passform, da sie diese durch diverse unsichtbare Verstärkungen auch lange beibehalten.


Probleme mit der Passform bei Schuhen ergeben sich vor allem durch ...


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Passform bei Kindern und jugendlichen

Eine besondere Problematik beim Schuhkauf ergibt sich bei Kindern: Während Erwachsene durch das Anprobieren relativ schnell eine (zumindest scheinbar) passende Schuhgröße finden, entscheiden Kinder häufig nach anderen Kriterien, wie bspw. Aussehen, Farbe und dgl. Weil ein kindlicher Fuß zusätzlich auch noch wesentlich weicher und anpassungsfähiger ist als der eines Erwachsenen, verspüren Kinder bei zu kurzen oder engen Schuhen meist keinen Schmerz - was von den Eltern daher oftmals nicht bemerkt wird (die allgemein übliche Daumenprobe erweist sich dabei als unzulänglich). Die Problematik dabei: In einem zu kleinen Schuh verformt sich der Fuß auf Dauer und es kann dadurch zu bleibenden Schäden kommen.

Vor allem bei jungen Mädchen um die 14, die aufgrund aktueller Modetrends Schuhe tragen welche im Zehenbereich spitz zulaufen und den Zehen nicht genügend Freiraum lassen (zusätzlich verstärkt durch das Tragen von Absätzen über 3 - 4 cm), zeigt sich häufig der sogenannte „Hallux valgus“ (eine Schiefstellung der Großzehe). Der Hallux valgus entsteht einerseits durch das bei Frauen schwächer ausgeprägte Bindegewebe und anderseits auch durch das Tragen von im Zehenbereich zu engen Schuhen, verstärkt durch zu hohe Absätze.


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Um die richtige Passform/Schuhgröße sicher einschätzen zu können, gibt es diverse Möglichkeiten ...

Passform bei (Kinder)schuhen ermitteln


Die Methode durch Druck auf die Schuhvorderkappe die Lage der längsten Zehe und dadurch den Freiraum davor zu eroieren ist relativ unzuverlässig, da Kinder reflektorisch die Zehen anziehen.

Empfohlen wird hingegen vor dem Kauf den Umriss des größeren fußes (mit Socken) auf ein Stück festes Papier zu zeichnen (stehend beide Füße gleichmäßig belastet) und das Papier dann entlang der Linie auszuschneiden. Zur Überprüfung der Größe (Länge und Weite) wird die Schablone in die Schuhe gelegt – wird diese beim Glattstreichen auf der Innensohle nicht geknickt, ist der Schuh jedenfalls nicht zu kurz und auch nicht zu eng. Dann wird die Schablone in die Schuhspitze geschoben bis sie anstößt – ist zwischen der Schablone und dem Fersenbereich ein Freiraum von 12 – 17 mm vorhanden, passen die Schuhe.

Eine weitere Methode zur Ermittlung der Fußlänge sind Kuntstoffmessbänder (BIMS oder Plus 12).


Neben der passenden Innenlänge des Kinderschuhes ist auch seine Weite von Bedeutung - zu schmale Schuhe engen den Fuß nicht nur ein, sondern können diese auf Dauer bleibend schädigen. Bei einem zu weiten Schuh kann der Fuß beim Laufen nach vorn rutschen und so zu einer Stauchung der Zehen führen (wie in einem Schuh mit zu kurzer Innenlänge). Für Kinderschuhe gibt es spezielle Einlagen, welche durch Einlegen bzw. Herausnehmen in den Randweiten unterschiedliche Weiten ergeben.


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Schuhgröße

Siehe auch: Bestimmung der Schuhgröße | Größensysteme und deren Maßeinheiten

Unter Schuhgröße versteht man die alphanumerische Angabe der Schuhgröße oder der Größe des Fußes, welche sich meistens auf die numerische Angabe der Länge beschränkt da aus Kostengründen (Produktion, Lagerung, usw.) meist nur eine Einheitsweite angeboten wird. Es gibt nebeneinander verschiedene, historisch gewachsene Schuhgrößensysteme die zum Teil nationale Schwerpunkte haben. So unterscheiden sie sich in Bezugsgröße, Maßeinheit und/oder dem Skalen-Nullpunkt (siehe Bestimmung der Schuhgröße) - nur wenige der Systeme beziehen neben der Fußlänge auch die Fußbreite mit ein.


Das weltweit erste Maßsystem für Schuhe wurde 1324 vom englischen König Edward II. in England eingeführt. In den USA wurden 1880 erstmals halbe Schuhnummern eingeführt denen 20 Jahre später Viertelgrößen folgten (welche auf Grund der hohen Lagerhaltungskosten jedoch bald wieder verworfen wurden). Weitere, jeweils voneinander abweichende Größensysteme folgten bald weltweit und was damals noch kein Problem darstellte, ist in den moderen Zeiten des Internethandels zu einem gloablen Problem geworden. Die Bemühungen der in Genf ansässigen, 1947 gegründeten Internationalen Organisation für Normung (kurz ISO; engl.: International Organization for Standardization) das allgemeingültige Schuhgrößensystem „Mondopoint“ einzuführen, scheiterte bereits in den 1980er Jahren.


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Fußlänge

Das standardmäßig verwendete Maß zur Bestimmung der Schuhgröße ist die Länge des Fußes.

Beim Gehen schiebt sich der Fuß während des Abrollens nach vorne, weshalb die Innensohlenlänge (zusätzlich zur Fußsohlenlänge) einen Freiraum vor den Zehen aufweisen muss – diese im Fachjargon sogenannte „Zugabe“ beträgt ca. 15 mm und ist auch von der Schuhform sowie der Absatzhöhe abhängig. So muß der Freiraum bei spitz zulaufenden Schuhen oder solchen mit einer flacher werdenden Vorderkappe, länger sein als bei Modellen mit einer breiten bzw. hohen Vorderkappe.


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Fußweite (Ballenmaß)

Die Schuhweite hat großen Einfluß auf die Passform und damit auch auf den Tragekomfort und die Fußgesundheit. Eine passende Schuhweite hält den Fuß an seiner Ballenlinie fest im Schuh ohne spürbar zu beengen.

Zur Ermittlung der Fußweite dient das Ballenmaß, für welches der Umfang des Fußes an der breitesten Stelle (der Ballenlinie) gemessen wird, dh. eine Linie zwischen den Ballen der großen und kleinen Zehe. Zusätzlich wird bei der Berechnung auch die Risthöhe des Fußes miteinbezogen – der sich daraus ergebende Umfang wird auf die Weitenmaße der Schuhe übertragen.


Sind die Schuhe bereits seit dem Kauf zu weit oder wurden es durch häufiges Tragen (ohne Tragepausen, während derer der Lederschaft sich in seine ursprüngliche Form hätte zurückziehen können), kann der Fuß nach vorne rutschen wodurch die Zehen anstoßen und die Ferse sich leicht aus dem Schuh hebt. Die zusätzliche Reibung vermindert nicht nur den Tragekomfort, sondern der Schuh verschleißt auch schneller und bekommt die berüchtigten Gehfalten.

Schuhe die zu weit sind einfach kürzer zu kaufen ist keine Lösung da es die Bildung von Krallen- und Hammerzehen fördert. Bei zu engen Schuhen wiederum werden die Zehengrundgelenke zusammengepresst, außerdem wird der Schuh schnell ausgetreten.


Für eine allgemein bessere Passform wären pro Schuhlänge je 5 unterschiedliche Weiten notwendig, was durch Schuhe im üblichen Preis- und Qualitätssegment nicht gewährleistet ist (mit Ausnahme weniger Marken) – eine Ausnahmen bilden sogenannte Bequem- oder Gesundheitsschuhe , die grundsätzlich in verschiedenen Weiten angeboten werden (ebenso wie viele Herrenschuhe der oberen Preis- und Qualitätsklasse).

Aufgrund der Tatsache das sich Fußvolumen durch die Belastung im Laufe des Tages verändert (am Abend sind die Füße größer als am Morgen), ist neben einer möglichst passenden Schuhweite vor allem auch das Schaftmaterial wichtig. Am besten eignet sich Leder, da dieses sich durch Wärme und Fußfeuchte mit dem Fuß ausdehnt und während einer Tragepause (während derer ein Schuhspanner eingesetzt werden sollte) von mindestens 1 Tag wieder trocknet und in seine ursprüngliche Passform zusammenzieht.


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Fußbreite

Die Fußbreite ist die Breite des Fußes gemessen an seiner breitesten Stelle. Die Fußbreite dient als weiteres Maß zur Bestimmung der Schuhgröße und wird z.B. beim Mondopoint-System statt dem Ballenmaß (Fußweite) verwendet.


Der Ballenumfang entspricht annähernd dem 2,7-fachen der Breite, jedoch können Fußbreite und Ballenmaß nicht ineinander umgerechnet werden, da die Form des Fußes und vor allem die Höhe des Spanns wichtige Faktoren sind. So kann ein breiter Fuß mit flachem Spann den gleichen Ballenumfang aufweisen wie ein schmaler Fuß mit hohem Spann – ein Schuh mit dem gleichen Ballenmaß kann daher nie in beiden Fällen gleich gut passend sein.

Schuhe werden anhand einer Tabelle, welche die jeweiligen Millimetersprünge der verschiedenen Schuhgrößen angibt, nach oben und unten skaliert (gradiert) - diese Tabelle entscheidet daher ob die mit der Schuhlänge zunehmende Schuhweite und -breite den realen Gegebenheiten des Fußes entspricht. Da sich die Hersteller aber an unterschiedlichen Tabellen orientieren, kann ein Schuhmodell mit bestimmter Länge und Weite bei einem Hersteller breiter und flacher, bei einem anderen schmäler und höher sein. Daher kann erst die Kombination aus Fußweite und Fußbreite die verschiedenen Querschnittsformen ausreichend berücksichtigen.


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Fußform

Neben den jeweiligen Maßen entscheidet auch die Form eines Fußes darüber ob ein Schuh passt. Neben der Zehenformation, wird hier zwischen der ägyptischen, der quadratischen und der griechischen Fußform (die zweite Zehe ist die längste) unterschieden. Jedoch findet dieser Umstand bei nahezu keinem Schuhgrößensystem Berücksichtigung.


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